Nachhaltigkeit scheitert in Bauprojekten selten am fehlenden Willen. Entscheidend ist der richtige Zeitpunkt.
«Nachhaltigkeit beginnt für mich nicht mit einer Zertifizierung, sondern mit den richtigen Fragen zu Projektbeginn. Nur wenn technische, wirtschaftliche, ökologische und betriebliche Anforderungen von Anfang an zusammengeführt werden, entsteht ein Gebäude, das langfristig trägt.»
Cordula Müller-Platz | Head Consulting / Senior Consultant
Das Problem
Bedürfnisanalyse als Startpunkt
Nachhaltigkeit lässt sich nicht einfach am Ende eines Projekts ergänzen. Wer ein Projekt nachhaltig entwickeln will, muss bereits bei der Bedürfnisanalyse ansetzen – und damit noch vor den ersten konkreten Planungsentscheidungen. Zu diesem Zeitpunkt formuliert die Bauherrschaft die grundlegenden Erwartungen an das spätere Gebäude. Dazu gehören beispielsweise folgende Fragen:
- Welche Bedürfnisse soll das Gebäude erfüllen?
- Wie wird es langfristig genutzt?
- Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgt die Bauherrschaft?
- Welche Energie-, Umwelt- und Klimaziele sollen erreicht werden?
- Wie flexibel muss das Gebäude auf zukünftige Veränderungen reagieren können?
- Welche Erwartungen gibt es an die Qualität der Arbeits- und Aufenthaltsräume?
Wer diese Zusammenhänge rechtzeitig erkennt, schafft Klarheit und verbindliche Entscheidungsgrundlagen für das gesamte Projekt.
Je später,
desto kostspieliger
Welche Rolle spielen Gebäudezertifizierungen?
«Das Zertifikat macht eine Leistung sichtbar. Die eigentliche Leistung entsteht jedoch im Projekt.»
Cordula Müller-Platz | Head Consulting / Senior Consultant
Welche Folgen hat eine späte Integration?
Werden Nachhaltigkeitsanforderungen erst nachträglich eingebracht, können unter anderem folgende Konsequenzen entstehen:
- zusätzliche Planungs- und Koordinationsschleifen,
- höhere Projektkosten,
- Konflikte zwischen Architektur, Gebäudetechnik und Betrieb,
- eingeschränkte Optimierungsmöglichkeiten,
- verpasste Potenziale bei Energie- und Ressourceneffizienz,
- höhere langfristige Betriebs- und Lebenszykluskosten,
- erschwerte Erreichung von Zertifizierungszielen.
Der entscheidende Punkt ist deshalb nicht, möglichst viele nachhaltige Einzelmassnahmen umzusetzen. Entscheidend ist, die Zusammenhänge früh zu erkennen und daraus eine tragfähige Entscheidungslogik für das gesamte Projekt zu entwickeln.
Nachhaltigkeit gehört bei der avo ag zur Bauherrenberatung
Bei der avo ag ist Nachhaltigkeit immer ein zentraler Aspekt in der Bauherrenvertretung. Sie beeinflusst die Projektsteuerung und liegt jeder relevanten Projektentscheidung zugrunde. Wir verbinden Nachhaltigkeitsziele mit Architektur, Technik, Wirtschaftlichkeit und Betrieb, damit nachhaltiges Planen gelingt. Mit unserer ganzheitlichen Nachhaltigkeitsberatung bringen wir vier Perspektiven zusammen:
- die strategischen Ziele der Bauherrschaft
- die technischen und planerischen Möglichkeiten
- die wirtschaftlichen Auswirkungen über den Lebenszyklus
- die Anforderungen der späteren Nutzenden und des Betriebs
Auf strategischer Ebene klären wir mit der Bauherrschaft, was Nachhaltigkeit im konkreten Projekt bedeutet. Denn nicht jedes Gebäude verfolgt dieselben Ziele und nicht jede Massnahme bringt in jedem Kontext den gleichen Mehrwert.
Ein nachhaltiges Gebäude muss auch im späteren Betrieb wirtschaftlich tragfähig, technisch beherrschbar, nutzerorientiert und anpassungsfähig bleiben.
Diese langfristige Perspektive stellt sicher, dass jede Entscheidung die Auswirkungen über den gesamten Gebäudelebenszyklus berücksichtigt.
Integrierte Nachhaltigkeitsberatung in der Praxis
Welchen Mehrwert schafft die frühe Nachhaltigkeitsberatung?
Eine früh integrierte Nachhaltigkeitsberatung gibt Bauherrschaften vor allem eines: eine belastbare Entscheidungsgrundlage.
Anstatt Nachhaltigkeitsanforderungen nachträglich in ein bestehendes Konzept einzuarbeiten, können sie bereits bei der Entwicklung des Gebäudes berücksichtigt werden.
Dadurch lassen sich:
- Risiken früher erkennen,
- Zielkonflikte rechtzeitig bearbeiten,
- spätere Planungsänderungen reduzieren,
- technische Abhängigkeiten besser berücksichtigen,
- Investitions- und Betriebskosten ganzheitlicher bewerten,
- Ressourcen effizienter einsetzen,
- attraktive und gesunde Arbeitswelten entwickeln,
- Klimaschutz- und Zertifizierungsziele systematischer erreichen.
Nachhaltigkeit ist in diesem Verständnis kein zusätzlicher Kostenpunkt. Sie ist eine Methode, um Investitionen fundierter zu steuern und langfristige Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Nachhaltiges Bauen in den nächsten Jahren
Nachhaltigkeit wird sich weiterentwickeln – weg von einzelnen Massnahmen und Zertifizierungssystemen hin zu einem ganzheitlichen Blick auf den Gebäudelebenszyklus. Energieverbrauch und CO₂-Reduktion bleiben wichtige Themen. Gleichzeitig gewinnen weitere Aspekte an Bedeutung:
- ein ressourcenschonender Umgang mit Materialien
- die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit
- gesunde und attraktive Arbeitswelten
- resiliente Gebäudekonzepte
- flexible und anpassungsfähige Nutzungsstrukturen
- die Verbindung von Erstellung, Betrieb und zukünftiger Weiterentwicklung
Damit wird Nachhaltigkeit für Bauherrschaften zum Standard – in der Beratung ebenso wie in der Projektentwicklung. Was früher ein «zusätzlicher Kostenpunkt» war, etabliert sich als wirksames Instrument, um Investitionen fundierter zu steuern und langfristige Fehlentscheidungen zu vermeiden.
Auf einen Blick: Nachhaltigkeit in Bauprojekten
Eine professionelle Nachhaltigkeitsberatung unterstützt Bauherrschaften dabei, ökologische, wirtschaftliche, technische und nutzerbezogene Kriterien in einer gemeinsamen Projektstrategie zu verbinden.
Nachhaltigkeitsziele möglichst früh definieren
Nachhaltigkeitsziele sollten möglichst früh, idealerweise während der Bedürfnisanalyse und strategischen Planung, festgelegt werden. Je später Nachhaltigkeitsziele eingebracht werden, desto geringer ist der Handlungsspielraum für grundlegende Optimierungen.
Gebäudezertifizierung nicht als Ziel, sondern als Resultat
Eine Zertifizierung kann die Qualität eines Projekts dokumentieren und die Planung strukturieren. Nachhaltigkeit entsteht jedoch erst, wenn die definierten Nachhaltigkeitskriterien in der Planung, in der Realisierung und im Betrieb konsequent umgesetzt werden.
Häufige Fragen zur Nachhaltigkeit in Bauprojekten
Was ist Nachhaltigkeitsberatung im Bauwesen?
Nachhaltigkeitsberatung unterstützt Bauherrschaften dabei, ökologische, wirtschaftliche, technische und nutzerbezogene Anforderungen in einer gemeinsamen Projektstrategie zu verbinden. Sie begleitet das Projekt idealerweise von der strategischen Planung bis zur Inbetriebnahme.
Wann sollten Nachhaltigkeitsziele definiert werden?
Nachhaltigkeitsziele sollten möglichst früh, idealerweise während der Bedürfnisanalyse und strategischen Planung, festgelegt werden. Je später sie eingebracht werden, desto geringer ist der Handlungsspielraum für grundlegende Optimierungen.
Reicht eine Gebäudezertifizierung für ein nachhaltiges Projekt aus?
Nein. Eine Zertifizierung kann die Qualität eines Projekts dokumentieren und die Planung strukturieren. Nachhaltigkeit entsteht jedoch erst durch die konsequente Integration der Anforderungen in Planung, Realisierung und Betrieb.
Welche Vorteile hat die frühe Integration von Nachhaltigkeit?
Die frühe Integration kann Planungsrisiken reduzieren, spätere Änderungen vermeiden und technische, wirtschaftliche sowie ökologische Ziele besser miteinander verbinden. Gleichzeitig entsteht mehr Planungssicherheit für die Bauherrschaft.
Für welche Bauherrschaften ist Nachhaltigkeitsberatung relevant?
Starten Sie Ihr Projekt mit uns!
avo ag garantiert Ihnen eine professionelle Beratung, Planung und Umsetzung.